Lichtbild ESK 2000 Titel

 

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INHALT

I. Vorbemerkung

II. Beschreibung

III. Die Arbeitsweise

IV. Technische Daten der ESK 2000

 

 

Vorbemerkung:

Die Schulung der Jagdflieger beginnt wie die Ausbildung der anderen Piloten zuerst auf kleinen Schulmaschinen und steigert sich dann langsam bis zu den leichten Jagdflugzeugen, die sowohl zur schulischen Ausbildung als auch für einen evtl. Kriegseinsatz dienen. Mit den ersten Schießübungen auf Schleppscheiben und auf feste Bodenziele beginnt die eigentliche spezielle Jagdfliegerausbildung. Um den Munitionsverbrauch gering zu halten und so die Kosten der Ausbildung nicht zu hoch werden zu lassen, wird vielfach anstelle der starren Bordwaffen ein fest eingebautes Lichtbild MG verwendet, das die Zielerfassung beim Anflug und im Moment des eigentlichen Schießens auf Film festhält. Das Lichtbild MG ESK 2000 wurde bei der Luftwaffe der Deutschen Wehrmacht zu diesem Zwecke auf der Fläche oder auf bzw. in den Rumpf des Übungsflugzeuges eingebaut und wie ein echtes Maschinengewehr justiert.

 

 

ESK 200 Titel

 

 

Das Erfassen des Zieles, der Zielanflug und das Auslösen des Lichtbild MGs entspricht dem einer scharfen Bordwaffe. Nach dem Lichten des Filmes können dem Jagdflieger an Hand eines entsprechenden Auswerteverfahrens seine Fehler demonstriert werden.

 

 

ESK 2000 Ansicht

 

Abb. 1: ESK 2000 Ansicht von vorne rechts mit Befestigungsfuß. Der Griff über der Kamera enthält das eingebaute praktische Visier. Am hinteren Ende ist der Bildzähler zu sehen. Der Halter für die Uhr und das Beschriftungsfeld ist in die Kamera eingesetzt und verriegelt (Stellung „Zu").

 

Eine weitere Anwendung des Lichtbild MGs besteht darin, daß es parallel zu den eingebauten Bordwaffen justiert und zusammen mit diesen während des Schießens ausgelöst wird. Die ESK 2000 wurde so z. B. in die Bugspitze der Me 110 und Me 210 eingebaut. Nach einem Luftkampf kann der Pilot bei einem evtl. Abschuß auf dem Film die Treffer in der abgeschossenen Maschine bzw. den evtl. Absturz nachweisen.

 

Grafik Bugspitze Me 110

 

 

Me 110 Einbau der ESK 2000

Abb. 2: ESK 200 Eingebaut in eine Messerschmitt Me 110

 

Halterung in der Me 110

Abb. 3: ESK 2000 Ausgebaut - siehe Halterung für die Kamera ! Me 110

 

 

I. Beschreibung:

Das Lichtbild MG ESK 2000 ist eine starr eingebaute, elektrisch angetriebene Schmalfilmkamera in einem stromlinienförmigen Gehäuse. Bei jedem Übungsflug bzw. Kampfeinsatz wird die Kamera mit 15 m Schmalfilm geladen, die ca. 2000 Bildschuß entsprechen. In 1 Sekunde werden 16 Bilder, also 960 Bilder/Min., bei einer Belichtungszeit von 1/150 Sek. für jedes Bild aufgenommen.

 

Beschreibung ESK 2000

Abb. 4: Ansicht der ESK 2000 geöffnet. Auf der rechten Seite des Bildes ist die Film-Kassette Nr.5 zu erkennen.

 

 

1. Das Gehäuse

Das Gehäuse besteht aus Hydronaluminiumguss und ist zur Erzielung geringen Luftwiederstandes stromlinienartig ausgebildet. An dem Kameragehäuse sind zwei Schwal-benfüße angebracht, welche die Verwendung der Kamera in horizontaler und vertikaler Lage gestatten. Auf der Kamera ist ein Visierträger gleichzeitig als Handgriff und Scharnier für den Gehäusedeckel angebaut.

An dem hinteren Teil des Gehäuses ist der Bildzähler Nr.3 angebracht. Das Beschriftungsfeld für die Art der Übung und der Halter für die Uhr sind an der Seite des Gehäuses eingelassen. Die linke Seite des Gehäuses ist als Klappe ausgeführt, die durch einen Verriegelungsgriff geöffnet werden kann. Zur Lichtabdichtung besitzt der Deckel und das Gehäuse Nuten mit Filzeinlagen.

Das Gehäuse ist feldgrau lackiert, lediglich die Auflageflächen für die Schwalbenfüße sind blank. Die Beschriftung an dem Lichtbild MG ist schwarz.

 

2. Das Visier

Im Kameragriff ist ein optisches Visier Nr.2 enthalten, das parallel zur optischen Achse der Kamera justiert ist. Das Ziel erscheint durch dieses Visier auf dem Kopf stehend, der Augenabstand beim Einvisieren der Kamera liegt zwischen 60 und 180 mm.

 

Visier ESK 2000

Abb 5. In dem Fernrohrvisier ist ein Fadenkreuz eingelassen, das dem Abkommen in der Kamera entspricht.

 

Carl Zeiss

 

 

3. Die optische Einrichtung

Das Objektiv Nr.4 der Kamera ist fest eingebaut und hat eine Lichtstärke von 1 :1,4 bei einer Brennweite von 3,5 cm. Von außen kann eine Irisblende den entsprechenden Lichtverhältnissen angepaßt werden, sie rastet in den Stufen 1 :1,4; 2; 2,8; 4; 5,6 und 8 ein. Unmittelbar vor dem Film liegt eine Linse, auf welche eine Strichfigur eingeätzt ist.

 

optische Einrichtung

Abb 6: optische Einrichtung

 

Revi 12 C

gezielt wir über das Reflexvisier (Revi 12 C)

 

Zur Verhinderung von Verschmutzen bzw. Beschädigung der Frontlinse ist normalerweise eine Schutzscheibe vor das Objektiv gesetzt. Anstelle dieser Schutzscheibe können drei Gelbfilter in der Dichte hell, mittel und dunkel aufgesetzt werden.

Das Objektiv ist auf unendlich eingestellt.

Die diversen Filter zur ESK 2000

Opjektiv hell
Obejtiv mittel
dunkel
hell Filter
mittel Filter
dunkel Filter

 

 

4. Die Uhr

An der rechten Seite des Gehäuses ist die Uhr in einem Bajonettstück mit Griff eingesetzt, das seinerseits in eine Bajonettfassung des Gehäuses einrastet.

 

Uhr ESK 2000

Abb 7: Uhr - Bajonettstück mit Griff

Das Zifferblatt ist in 300 Teile unterteilt, wobei jeder Sekundenstrich stärker markiert ist. Ein Sekundenstrich besitzt 5 Unterteilungen. Unterhalb der Uhr befindet sich ein auswechselbares Beschriftungsschild, auf das vor Beginn der Übung die Namen der Teilnehmer und die Art der Übung bzw. des Einsatzes mit einem schwarzen Bleistift vermerkt wird.

 

Die Uhr zur ESK 2000

Abb 8: eingebaute Uhr mit Beschriftungsschild

 

Das Beschriftungsschild wird gleichzeitig auf dem Film mit abgebildet. Die Uhr selbst wird durch 4 Lämpchen beleuchtet und über ein Spezialobjektiv und ein Dachkantprisma abgebildet. Ein Regelwiderstand ermöglicht ein Verstellen der Leuchtstärke entsprechend der Filmempfindlichkeit.

 

 

5. Der Bildzähler

Der Bildzähler am hinteren Ende des Gehäuses ist in eine Skala von 0-2000 mit Schritten von 50 : 50 unterteilt. Er dient zur Feststellung der vorrätigen Bildzahl und wird durch den Kameramotor angetrieben.

 

Bildzeahler
Bildzeahler
Abb 9: Skala von 0-2000
Abb 10: mit Schritten von 50 : 50

 

 

6. Der Antrieb

Die Kamera wird durch einen Spezial 12-16 V Gleichstrommotor angetrieben. Der Stromanschluß befindet sich an der Außenseite des Gehäuses und wird durch einen 4-fach Stecker versorgt.

 

Stecker
Stecker 4 fach
Abb 11: 4-fach Stecker
Abb 12: an der Außenseite

 

 

Die Kamera wird normalerweise durch den am "K-Knüppelgriff" befindlichen Startknopf in Gang gesetzt. Durch einen Rändelknopf kann die Kamera außerdem durch Hand betrieben werden.

 

Fuehrerraum

Bild 13: Führerraum Me 110 - "Knüppelgriff"

 

 

7. Die Kassette

Die Kassette besteht aus einem Gußgehäuse Nr.1 und wird durch den Deckel Nr.2 verschlossen. In ihr sind zwei Filmspulen, d. h. eine Vorwärts- und eine Aufwickelspule eingebaut. Außerdem befinden sich in der Kassette die Vor- und Nachwickeltrommel.

 

Kassette

Abb 14: Kassette mit den Trommeln

 

 

Die Vorwickeltrommel Nr.3 hat die Aufgabe den Film von der Vorratsspule abzuziehen, während die Nachwickeltrommel Nr.4 den Film den gespannten Aufwickelspulen Nr.5 zuführt. Durch diese Vorspannung wird eine Planlage des Filmes gewährleistet. Die beiden Transporttrommeln haben für die richtige Filmführung Gleitschuhe, die durch eine Sicherung gehalten werden. An den Filmein- und-auslaufstellen befinden sich Samtabdichtungen, auf dem Deckel der Kassette rechts ist ein Hebel angebracht, der zur Verriegelung dient. Mit dem Drehknebel auf dem Kassettendeckel wird die Kassette innerhalb der Kamera verriegelt und gleichzeitig die Andrückvorrichtung für die Gegenbildbühne betätigt.

 

8. Der Greifer

Durch den Greifer werden die einzelnen Filmbildchen weiterbefördert, indem er den Film mit seiner Spitze an den einseitig angebrachten Perforationslöchern weiterzieht. Während der Belichtung steht das Bild am Bildfenster vollkommen still. Ein Umlaufverschluß deckt den Strahlengang des Objektives während des Transportvorganges ab. Der Greifer wird durch den Kameramotor angetrieben.

9. Die Kontaktvorrichtung

Eine Kontaktvorrichtung am Einlauf der Filmführung zeigt bei Filmende durch eine Lampe im Führerraum an, daß kein belichteter Film mehr in der Kassette ist.

10. Die Heizung

Ein elektrischer Widerstand kann durch einen Kippschalter eingeschaltet werden und dient zum Beheizen des Gehäuses.

 

Heizungsschalter

Abb 15: Probelauf & Heizung

 

III. Die Arbeitsweise

Nach Betätigung des Steuerknüppelkontaktes wird der Stromkreis für den Antriebsmotor, für die Landung- und Uhrbeleuchtung eingeschaltet. Der Antriebsmotor bewirkt durch den Greifer den ruckweisen Filmtransport und die Drehung des Umlaufverschlusses. Über eine Flutschkupplung wird weiterhin vom Motor die Vor- und Nachwickeltrommel sowie die Bildzähleinrichtung in Gang gesetzt.

Der unbelichtete Film läuft im Uhrzeigersinn von der Vorratsspule ab. Von dort läuft er über die Leitrollen zur Vorwickeltrommel. Durch den Gleitschuh wird er auf der Trommel gehalten, um den Film richtig zuzuführen und ein Hinuntergleiten von der Trommel zu verhindern. Nach der Vorwickeltrommel verläßt der Film durch die Samtabdichtung die Kassette und drückt den Kontaktknopf nieder.

 

Funktionsweise

 

Abb 16: läuft im Uhrzeigersinn von der Vorratsspule ab

 

Der Film wird, um ihn in die richtige Schärfeebene zu bekommen, von der Andruckplatte automatisch bei der Verriegelung der Kassette gegen die Filmbahn gedrückt. In der Filmbahn läuft der Film nacheinander an dem Fenster für Schuß- und Uhrbild sowie an dem Greiferschlitz vorbei. Durch den Greiferschlitz greift die Greiferspitze in die Perforationslöcher des Filmes ein und zieht den Film in der Filmbahn um je 1 Bild weiter. Der Film verläßt dann die Filmführung, bildet eine Ausgleichsschleife und tritt durch eine Samtführung in die Kassette ein. In der Kassette läuft der Film über die Nachwickeltrommel und die Leitrolle zur Aufwickelspule. Beide Spulen müssen mit dem weißen Markierungs-strich nach oben liegen.

 

IV. Technische Daten:

Filmlänge
15 m
Bildvorrat
ca. 2000 Aufnahmen
Bildfolge
16 Bilder/Sek.
Belichtungszeit
je Bild 1/150 Sek.
Bildgröße
9 X 7,5 mm


Objektive

Objektivbrennweite
35 mm
Objektivöffnung
1 :1,4
optische Visiereinrichtung
2,5 fach
Gesichtsfeld
6 °
Austrittspupille
5 mm
Objektiv zur Abbildung der Uhr,
Brennweite 9 mm
Objektivöffnung
1 :3,5
Uhrbildgröße mit Notizblättchen
6 x 4,8 mm

Elektrische Teile

Gleichstrommotor, Drehzahl
3000 U/min.
Volt
12-16
Uhrbeleuchtung
12 V
Heizung
50 W


 

 

ESK 2000

 

Gewicht der Kamera 8,67 kg

 

 

KB 1
KB 2
KB 3
KB 4

Kurzbetriebsanleitung

 

 

USA Brief

Übergabe in den USA 1945

 

 

 

Arado 96

Modell ESK 2000 Normalfilm-Kamera für den beweglichen Einbau - Arado Ar 96 B

 

 

 

 

 

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